Einträge von: Juni 2011
Der schmale Grat
Redaktions-Tagebuch, Unterwegs an der Front | Autor: Diana | 30.06.2011 | 1 Kommentar
Wo genau zieht man eigentlich die Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn? Oder, um im Musik- bzw. Metal-Terminus zu reden: Was gilt noch als normaler Band-Support, und ab wann sollte man anfangen, am eigenen Geisteszustand zu zweifeln?
Aktuelles Beispiel: Vorletztes Wochenende hatte ich ein bisschen Erholung dringend nötig. Probates Mittel des Batterien-Auftankens üblicherweise: ein gutes Konzert. Nun sind aber die Konzerte in Nürnberg weitaus rarer gesät, als man es bei einer Stadt dieser Größenordnung annehmen sollte. Aber eine der absoluten Lieblingsbands spielt in Niedersachsen… Hm, fünf Minuten überlegt, online Hotelzimmer gebucht und „Scheiß auf die 500 Kilometer“ als Mantra eingeübt. Schon kann es losgehen. Mit will natürlich bei der Strecke keiner, klingt aber trotzdem erst mal nach ‘ner tollen Idee.
David goes brutal
Metal im Alltag, Unterwegs an der Front | Autor: David | 28.06.2011 | 2 Kommentare
Hiermit ist die Hälfte des Festival-Sommers für mich vorbei. Die letzte Woche lag ganz im Zeichen des Death Feasts – das heißt harte Musik… sehr harte Musik (siehe Video am Ende des Blogs). Zwischen Slams, Gores und Grinds habe ich mich bis vor wenigen Wochen noch vollkommen unwohl gefühlt. »
Brutal Death · Death Feast · Praktikant · SchnabelAlice Cooper Kuschel(g)ig
Unterwegs an der Front | Autor: Sleazis | 27.06.2011 | 1 Kommentar
Gerade noch auf dem Graspop, dann auch schon in London. Doch wenn Alice Cooper zum intim-kuscheligen Showcase in den The 100 Club ruft, nimmt man die Reise über Belgien ja gern in Kauf.
Bestens aufgelegt präsentierte uns der Coop dann gestern Abend auch seine neue Bandbesetzung, die mit alten Bekanten (Steve Hunter), Damon Johnson und Frischfleisch (Tommy Henriksen) an der Gitarrenfront gleich dreifach auffährt. Dazu eine Setlist, die jedem britischem Beat-Freund die Tränen in die Augen treibt:

75 meisterhafte Minuten spielen sich Tante Alice und seine Jungs durch eigene und Cover-Klassiker der Rockgeschichte und beweisen eindrucksvoll mit maximaler Spielfreude und Anekdoten-Ansagen-Alarm, dass das Konzept Cooper in dieser Besetzung auch nahezu gänzlich ohne großes Bühnenshow-Brimborium auskommt. Auch ohne Galgen und Guillotine zum Sterben schön. Als besonderes Gast-Star-Schmankerl schwingt sich zu ‘I’m Eighteen’ und ‘School’s Out’ dann sogar noch Johnny Depp mit Klampfe auf die kleine Bühne und wirkt als integrierter Mitspieler so, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
Ach ja, einen neuen Song vom kommenden Alice-Album WELCOME 2 MY NIGHTMARE gab es mit ‘’ll Bite Your Face Off’ als kleine Kostprobe zuvor auch noch. Ob der Rest der Platte ebenfalls so schön klassisch im Siebziger-Gewand daherkommt, erfahren wir heute Abend, denn dann wird Alice bei einer ausführlicheren Hör-Vorstellung in einem anderen Londoner Schuppen erste Auszüge aus der Platte vorspielen.
Wie die so geworden ist, erfahrt ihr in einer der nächsten METAL HAMMER-Heftausgaben.
Also dranbleiben…

Graspop-Blog: Der Knoten platzt vor Freude
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 27.06.2011 | 0 Kommentare
Ende, aus vorbei. Gut so. Denn was soll noch kommen, nachdem Slipknot mit dieser Show alles in Grund und Boden gedonnert haben?
Es sieht aus, als hätten sich alle Graspop-Besucher vor der Hauptbühne versammelt, um diesem Ereignis beizuwohnen. Slipknot nach dem Tod von Paul Gray – wie gehen sie damit um, wie wirkt es sich auf die Show aus?
Der Auftritt steht ganz im Zeichen des verstorbenen Bassers. Ein Kleiderständer mit seinem Kostüm und seiner Maske steht statt ihm wie ein Totem auf der Bühne,der neue Bassist Donnie Steele spielt unsichtbar hinter der Bühne. Immer wieder erinnert Corey an seinen verstorbenen Freund; im Publikum laufen tatsächlich bei so manchem Tränen, während auf der Bühne ein wilder Psycho-Zirkus tobt.
Surreal, irgendwie. Und gerade deshalb sehens- und erlebnswert. Der Clown tobt herum, der Mann mit der langen Nase macht obszöne Gesten, das Drumkit steht Kopf und Corey Taylor schreit seinen Hass auf die Welt hinaus. Wahnsinn! Slipknot sind live einfach eine gewaltige Macht.
Überraschung des Abends: Black Metaller Gunnar zeigt sich textsicher und bekennt: „Ich bin eine schwarze Made.“
Mittlerweile haben wir die Made am nächstbesten Bahnhof ausgesetzt und sind unterwegs Richtung Heimat. Noch ein letztes Mal vorbei am Atommeiler, der gleich neben dem Festival-Gelände liegt. Bitte winken und strahlen:
Damit endet diese Blog-Reihe. Einen journalistisch hochwertigeren, ausführlichen Rückblick mit tollen Fotos findet ihr selbstverständlich im nächsten METAL HAMMER. Man liest sich!
Sebastian
Graspop-Blog: Vom Regen in die Wüste
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 26.06.2011 | 0 Kommentare
Im Meckern sind Deutsche ja spitze. Und wir stimmen mit ein: Was soll dies verfluchte Hitze? Gestern hat es noch schön geregnet, auch heute Morgen sah es nicht viel besser aus. Seit heute Mittag knallt die gelbe Sau unbarmherzig auf das Graspop hernieder und verwandelt den schönen Schlamm in eine Staubwüste. Buh!
Nein, im ernst: Endlich kann man das hier auf dem Graspop auch mal als Wetter bezeichnen. Blaue Himmel, Sonne, halbnackte Menschen die in Bierlachen ihren Rausch ausschlafen – so soll das sein!
Nach den vielen Überraschungen der letzten beiden Tage gestaltet sich der Sonntag eher entspannt. Erwartet hohes Niveau, wenn man so will. Kreator haben auf der Hauptbühne mit schön viel Pleasure gekillt. In allen vier Zellen, in die das Publikum eingeteilt ist, gab es reichlich Circle Pit-Action!
Amorphis sind sowieso immer fantastisch und haben unseren Gunnar mit ‘House Of Sleep’ und ‘You I Need’ verzaubert. Der Bartmann hat halt doch ein Herz! Apropos:
Nicht ganz so prall waren Anvil. Und das ist nett ausgedrückt. Kommentar aus den METAL HAMMER-Reihen: „Letztes Jahr war das ja noch ganz lustig. Aber jetzt glauben sie wirklich, sie wären Rockstars!“ Und: „Dass sie nie so richtig Erfolg feiern konnten hat halt doch einen einfachen Grund: Sie sind nicht gut!“ Aber wir wollen ja nichts bashen: Der Auftritt war in Ordnung, ein paar Leute vor der Bühne hatten Spaß.
Und weil man ja immer mit etwas positivem Enden soll: Opeth!
In den Marquee-Zelten ist es mittlerweile vor Hitze zwar kaum noch auszuhalten, die Schweden feiert mit ihren Fans trotzdem eine Pro-Party sondergleichen. Der neue Keyboarder fügt sich wunderbar ein, Mikael ist gut bei Stimme und mal wieder um keinen trockenen Spruch verlegen. ‘The Lotus Eater’ kommt super – von der gesummten Einleitung bis zum Super Mario-Teil.
Das soll es dann auch gewesen sein. Wir warten hier noch auf Slipknot und Bring Me The Horizon. Und irgendwie wollen wir so langsam dann doch nach Hause. Auch wenns noch so toll ist auf dem Graspop.
Völlig aus dem Zusammenhang gerissen zum Abschluss noch ein süßes Bild, das ich sonst nirgends unterbringen kann ;-)
Anvil · Elefant · Festival · Grspop · Gunnar · Kreator · opeth · Sonne · UnsinnGraspop-Blog: The! Priest! Is! Back! Kylesa auch.
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 26.06.2011 | 8 Kommentare
Der Wahnsinn! Zehn Jahre haben alle möglichen Menschen mir erzählt, wie mies Judas Priest live mittlerweile sind. Nun sehe ich sie zum ersten Mal – und es ist ihr bestes Konzert seit Äonen!
Richie Faulkner überzeugt als neuer Gitarrist völlig und lässt KK Downing kaum vermissen. Noch viel wichtiger: Der in den letzten Jahren so angeschlagene Rob Halford singt wie ein junger Gott! Der Starter ‘Rapid Fire’ kam noch etwas wackelig, spätestens bei ‘Judas Rising’ war Halford aber warm und das Publikum verfiel dem Priest-Rausch. An magischen Momenten hat es in den zwei Stunden nicht gemangelt. Are you ready for some Judas Priest-style Heavy Metal?
Unvergesslich: ‘Breaking The Law’, bei dem Halford einfach mal NICHT gesungen hat, sondern das Graspop-Publikum den kompletten Song übernahm. Cool auch selten gehörtes Material wie ‘Starbeaker’ und ‘Blood Red Skies’. Und natürlich die Hits: ‘Victim Of Changes’, ‘The Sentinel’, ‘Painkiller’… Etwas albern war nur das Nostradamus-Kostüm; Sah eher aus wie eine Wärmedecke vom ADAC. Aber egal: Nach diesem Abend sind Judas Priest (wieder) die größte Metal-Band der Welt!
Nach Ozzy hat nach diesem Abend niemand mehr gefragt.
Oh, die zweitbeste Band der Welt ist übrigens Kylesa. Sängerin Laura kam an, meinte „Ihr seid nett. Und wir haben Bier. Kommt doch mal mit.“ Haben wir gemacht. Und es gab noch Bier.
Zehn Minuten später nicht mehr.
Da das Gelände nach en Bieren bereits geschlossen ist, schleichen wir uns durch den Notausgang nach draußen. „Alle gleichzeitig – sie können uns nicht alle zehn aufhalten!“ Aktion geglückt. Auf der Heimfahrt (danke an Martin!) werden noch ein paar Judas Priest-Evergreens angestimmt. Und Tom erklärt mal wieder mit einfachen Worten die Welt: „Wenn du mit Turbonegro-Ohren an die Onkel Tom-Platte rangehst, hat die wirklich Charme.“
Nun also auf zum letzten Graspop-Tag. Wir haben Hoffnung auf bewölktes, aber trockenes Wetter. Und noch ein paar coole Konzerte von Slipknot, Opeth, Kreator und Soilwork. Bleibt dran!
Sebastian
Graspop-Blog: Wackelnde Hintern, Mode-Tipps und Bechersammler
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 25.06.2011 | 0 Kommentare
Wer mal vom Bühnengeschehen abschalten will, findet auf dem Graspop reichlich Gelegenheit dazu. Ein Erfrischungsgetränkehersteller lädt beispielsweise zum fröhlichen Twister-Spielen ein.
Nur ein paar Schritte weiter lockt ein Wildwest-Saloon. Nicht nur mit Bier, sondern auch mit Tanzeinlagen. Viel sehenswerter als die knapp bekleideten, wackelnden Hintern sind aber die Gesichter der sabbernenden Kerle zu Füßen zu der Tänzerin. Ich selbst war natürlich rein beruflich dort.
(Klicken zum Weiterlesen)
Autoscooter · Blaskapelle · Elmo · Festival · Freaks · Graspop · Hintern · Lost · Mode · UnsinnGraspop-Blog: Volle Hütte, leere Flasche
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 25.06.2011 | 0 Kommentare
Es hat regnet nicht mehr! Bis vor kurzem war der Tag geprägt von ekligem Nieselregen, jetzt hängen die Wolken nur noch so rum ohne zu stören. Der Boden ist ein wenig angematscht, aber noch begehbar – Glück gehabt, Graspop!
Weniger Glück hatte Ozzy, der sich bei dem Weter wohl eine Erkältung eingefangen hat. Der Madman hat abgesagt, dafür spielen Judas Priest ein Special-Set (wie Herr Küppers im letzten Blog ja bereits angemerkt hat). Wir sind gespannt…!
Bereits die Hütte gerockt haben die Metalcore-Heroen Suicide Silence. Im Marquee-Zelt war es so bumsvoll, dass man kaum noch reinkam. Die Stimmung bei den 15.000 (!) Fans war entsprechend aufgeheizt, die Band hat einfach alles weggeblasen. Phänomenal! Im Interview danach verrieten Suicide Silence, dass sie schon vor dem Gig eine Flasche Wodka geleert haben. Hat man auf der Bühne nicht gemerkt, im amüsanten Gespräch dann aber doch. Schimpftiraden auf die Download-Generation und Facebook-Pöbler findet ihr auf der nächsten METAL HAMMER-DVD.
Auch Ghost hatten einen magischen Auftritt, der eher einer Zeremonie als einem Konzert glich. Dass Lacuna Coil mittlerweile schon vor Firewind auf die Bühne müssen, spricht nicht unbedingt für ihren Status – überzeugen können Frau Scabbia und ihr süßes Näschen – äh, quatsch: ihre Band aber nach wie vor.
Alles weitere: demnächst. Bis dahin!
Sebastian
Graspop-Blog: Alte, nasse Männer
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 25.06.2011 | 0 Kommentare
Wir blicken zurück auf den restlichen Graspop-Freitag und liefern die ersten Eindrücke vom Samstag!
Wie geil war das denn? Bei Foreigner kam ein Regenguss herunter, wie ihn das Graspop noch nicht gesehen hat. Aber: Nicht nur die alten Herren auf der Bühne haben ohne mit der Wimper zu zucken pitschnass weitergezockt. Auch das Publikum ist ohne Wenn und Aber mitgegangen. Bei ‘I Wanna Know What Love Is’ lagen sich beinharte Metaller und Metalcore-Kids singend in den Armen – ganz großes Kino, und die beste Band des Freitags. Und das in dem Alter!
Journey waren zumindest nicht viel uncooler. Mit ‘Separate Ways’ gings direkt los, im Verlauf folgte Hit und Hit, nicht nur die METAL HAMMER-Mannschaft war begeistert. Trotzdem: Bei Foreigner ging mehr. Wer hätte damit gerechnet? Ich nicht…
Außerdem entdeckt Frank seine dunkle Seite. Gemeinsam mit Jakob guckt er sich die stinkenden Watain an. „Dein einzig gute Black Metal-Band!“ Dagegen kocht während des Korn-Konzerts der Hass bei so manchem Kollegen hoch. „Die überbewerteste Band aller Zeiten. Und was soll das eigentlich mit dem Dudelsack?“ Fragen, die auf die Schnelle nicht zu klären sind.
Die Laune steigt jedoch, als Leimsen endlich mit den Essensmarken auftaucht. Unfritiertes Catering! Ob unsere Mägen das noch gewohnt sind und vertragen? Mit Sicherheit besser als die in der Graspop-Sonne (da schien sie noch…) gegarten Austern, die hier für ein paar Euronen angeboten werden.
Eine ungeile Erfahrung musste Leimsen dann jedoch gleich The Damned Things machen. Die wurden wegen technischer Probleme total verheizt. Kein Gesang, keine Drums, keine P.A., schöne Scheiße alles. Tut um so mehr weh, da ICONOCLAST für ihn mindestens das Album des Jahres ist. Better luck next time.
Iced Earth regeln dafür. Phänomenal, wie das halbe Zelt „Barlow! Barlow!“ skandiert und der sich mit beeindruckender Kraft in der Stimme durch die ‘Something Wicked’-Trilogie schreit. Der Nachfolger wird sich warm anziehen müssen. Gänsehaut! Wenn auch nicht ganz so viel wie bei Foreigner. Ich werde alt…
Soviel von mir, ich übergebe mich an Kollegen Küppers:
Guten Morgen Graspop? Von wegen, Jakob kommt mit betretener Mine in den Frühstücksraum. „Wasn los?“ „Scheisse, Ozzy hat abgesagt“. Tatsächlich, scheisse. Da hat der ein oder andere Teilnehmer der Reisegruppe den Kaffee schon vor dem ersten Schluck auf. Den „Wickler Man“ hat es besonders hart getroffen. „Ach scheisse, Ozzy wollte ich schon immer mal knipsen“. Das Ersatzprogramm: Judas Priest „Special Set“ mit Laser Show und „Belgiens Finest“ Channel Zero. Abwarten und Tee trinken, heißt die Devise.
Der gestrige Abend in Kurzform: Loaded durchwachsen, Parkway Drive regeln total, Volbeat waren vielleicht etwas zu routiniert (Einspruch! Super stimmungsvoller Gig, bei dem es so voll vor der Bühne war wie den ganzen Tag nicht mehr – Sebastian), bei Watain riecht es nicht ganz so streng wie erwartet und die Scorpions… waren die Scorpions.
Eine von vielen Thesen: Klaus Meine ist der Vater von Doro Pesch. Man vergleiche nur die Ansagen. Das restliche Abendprogramm gestaltete sich mit dem Rekordversuch „Wie viele Menschen kriege ich auf einen Balkon“ als durchweg unterhaltsam, aber mit gesittetem Ausgang. Wir sind ja zum arbeiten hier.
Und deshalb: auf in die zu erwartende Schlammschlacht!
Tom Küppers
Graspop-Blog: Küppers rekapituliert
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 24.06.2011 | 0 Kommentare
In einer freien Minten hat Kollege Tom Küppers seine bisherigen Graspop-Erlebnisse zusammengefasst:
MH goes Graspop
Und wieder heißt es, frei nach AC/DC „Bedlam in Belgium“, Reisegruppe METAL HAMMER rüstet sich für drei Tage Metal, Frituur und nochmals Metal. Die Anreise geriet zum üblichen Kindergarten, einer wollte ein Ei, der andere musste mal – nichts was man nicht von eigenen Ausflügen also nicht selbst kennen würde.
Mangels Alternativen stürmte die Bande dann die erstbeste Frituur, besonders Benelux-Neuling Kessler bewies einen wahren Stahlmagen und machte sich dankbar über das her, was die anderen verschmähten. „Boah, ich bleib direkt hier!“ schmatzte er mit vollem Mund, mal sehen ob das in drei Tagen auch noch so ist.
Einchecken für Profis: der Trend in Belgien geht eindeutig entgegen den Nachtportier, stattdessen hängen Agenten-Telefone an der Wand und geheimnisvolle Kombinationen müssen eingetippt werden, bevor sich ein Fach mit den Zimmerschlüsseln öffnet… NOT! Denn anstatt zwei Schlüsseln hielt unser Kosmopolit Sleazies nur einen in der Hand, Ein erneuter Anruf klärte die Lage – der Kellner im Restaurant würde uns helfen. Warum nicht gleich so?
Voller Vorfreude stürmte also Sleazies, Kessler, Krenzen und Lemmy das Zimmer, um dann abrupt von fremden Koffern ausgebremst zu werden., die schrien „Hier ist belegt!“ Das Ende vom Lied: Aufsplitterung. Ein Teil musste die Nacht in 30 KM Entfernung verbringen.
Heute Morgen dann die Reunion und der kollektive Sturm des Festival-Geländes. Leider noch ohne Leimsen, dem ist die Karre verreckt. Den ersten Regenguss haben wir (dank Foreigner) auch schon schadlos überstanden, Journey haben genau so wie die AOR Opas FM die Hauptbühne gerockt. Aus den drei Zelten wird vermeldet, das Sepultura wohl ein ziemlicher Abriss waren, den die ostdeutsche Dampframme Heaven Shall Burn allerdings noch mal toppen konnte. Nur Aussenseiterchanchen auf den Titel „Sieger des Tages“ haben The Dwarves, die Favoriten wie Korn, Volbeat, Parkway Drive oder Iced Earth gehen von den hinteren Positionen aus ins Rennen.
Heute abend dann nach der Arbeit das Vergnügen: die Rückkehr der Hülsung, die METAL HAMMER Familie wieder vereint. Wie bleiben dran.
Tom Küppers
Festival · GraspopGraspop-Blog: Dio Meinungen gehen auseinander
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 24.06.2011 | 0 Kommentare
Entschuldigt das miese Wortspiel in der Überschrift. Aber die Meinungen über den Auftritt der Dio-Tribute Band Dio Disciples auf dem Graspop Metal Meeting könnten unterschiedlicher nicht sein.
Während ein Vertreter der Redaktion ganz hin und weg ist („Dass ich ‚Stargazer’ noch einmal live hören durfte!“) schütteln zwei andere nur den Kopf. Einerseits, weil das Dargebotene musikalisch eher mau ist (es bleibt eben eine Cover-Band), andererseits, weil das Publikum die Band mehr abfeiert als Heaven & Hell mit dem Original-Dio vor wenigen Jahren. Komisch zwar, aber den Leuten gefällts. Da machen auch ein paar kleine Regenschauer nichts aus.
Ja, das Wetter könnte besser sein. Aber was solls – es sind bislang keine Wolkenbrüche zu verzeichnen, also lassen wir es uns gut gehen. So gut wie es geht zumindest. Der Magen hat sich von der gestrigen Frituur-Aktion erholt und hungert. An „richtiges“ Essen kommen wir hier aber nicht ran: Leimsen ist Meister der Essensmarken, ist aber noch unterwegs Richtung Belgien. Also: zurück zur Frituur!
Irgendwie muss man ja Kraft tanken – heute steht noch einiges großes auf dem Plan. Unter anderem die Hard Rock-Helden Journey, einer der letzten Auftritte von Iced Earth mit Matt Barlow, Groovegebolze mit Parkway Drive, Singspielchen mit Volbeat und – die Scorpions. Was die „Vorfreude“ auf diesen Gig angeht, sind die Meinungen mal wieder gespalten. Zumindest auf die (unfreiwillig?) humorigen Ansagen von Herrn Klausi Meine sind wir aber alle gespannt.
Bis die Tage!
Sebastian
Graspop-Blog: Per Anhalter durch die Frituur-Galaxis
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 24.06.2011 | 0 Kommentare
Mittlerweile sind wir auf dem Graspop aufgeschlagen, die ersten Bands spielen bereits und die ersten seichten Regentropfen fallen. Zunächst aber ein Rückblick über die unglaubliche Reise durch ein verrücktes Land, die wir gestern erlebt haben.
Unterwegs auf der A2. Der Weg ist das Ziel. Solche und ähnliche Ausreden fängt man an sich zu suchen, wenn man zehn Stunden im Auto verbringt. Aber wir sind ja nicht umsonst in der Kreativbranche tätig und wissen uns zu beschäftigen.
Jakob fing mit dem „Band-Wurm“ an: Man nehme einen Band-Namen wie Nevermore, der nächste Spieler in der Reihe nennt eine Band, deren Name mit dem Endbuchstaben der vorigen Band beginnt, etwa Ensiferum, der Folgende sucht nach einer Band mit M und so weiter… Vertreibt die Zeit und ist lehrreich: Mir war nicht bewusst, wie viele Bands mit Y es gibt!
Und weil es mehr Spaß macht, wenn mehr Leute mitspielen, haben wir auch noch zwei Anhalter mitgenommen. Herzlich willkommen, Florian und Florian!
Ein Glück für die beiden und die METAL HAMMER-Mannschaft, dass sie musikgebildet sind und gut mitziehen können! Leider mussten wir uns an der Grenze zu Belgien von den beiden verabschieden. Nächster Programmpunkt: Wir kurven durch eine potthässliche und langweilige belgische Stadt, in der alles gleich aussieht und nur das Atomkraftwerk (!) Orientierung verschafft (begleitet von Schimpftirade Jakobs á la „Hier möchte ich nicht mal tot über´n Zaun hängen.“), um Gunnar vom Bahnhof abzuholen.
Der hatte 80 Jahre Verspätung mit der Bahn, ist geladen wie sonst was und begrüßt uns mit „Die sollen alle sterben!“. Gunnar wie wir ihn lieben. Und wir schließen uns an: Nicht nur, dass der Weg zum Hotel ein einziges Labyrinth ist – unser Zimmer ist bereites belegt! Immerhin: Wir kriegen ein anderes Hotel – noch versteckter gelegen zwar, aber egal: wir wollen ja nur pennen. Und Essen!
Tatsächlich finden wir auf der Suche nach dem Hotel zunächst mal eine der legendären Frituur-Buden, die auch nach 22 Uhr och geöffnet hat. Ausgehungert stürzen wir uns in das heiße Fett.
Ich erhalten nach einer Schale Pommes, einem fritierten Käse, einem weiteren fritierten Käse von Jakob und einem fritierten… keine Ahnung… Ding von Frank den Titel „Eisenmagen des Abends“ und bin stolz auf mich und meine erste Frituur-Erfahrung.
18 Stunden später: Ich sitze am Graspop und habe immer noch Bauchschmerzen. Aber es hat sich gelohnt.
Was auf dem Gelände geht, erfahrt ihr im nächsten Blog-Eintrag. Bis dahin!
Sebastian
Prost statt Amen
Metal im Alltag | Autor: Sebastian | 24.06.2011 | 0 Kommentare
Dass es die richtige Entscheidung war, aus der Kirche auszutreten, war mir spätestens ob der Namen der beteiligten Personen klar: Im Kirchensteueramt noch von Herrn Mönch begrüßt, wenig später schon im Amtsgericht von Frau Leber aus der Kirche verabschiedet. Und schon bleiben 15 Euro im Monat mehr für Bier und andere Hobbys.
Wünsche ein schönes Wochenende!
–
Maximum Blogger des Tages: Sebastian [at] metal-hammer.de
Graspop-Blog: METAL HAMMER unterwegs nach Belgien
Unterwegs an der Front | Autor: Sebastian | 23.06.2011 | 0 Kommentare
Fritten! Fett! Und geile Bands! Belgien hat dieser Tage viel zu bieten – und METAL HAMMER ist für euch vor Ort um die Lage zu checken. Das Graspop Metal-Meeting ruft, wir sind seit einigen Stunden unterwegs.
Wir freuen uns darauf, für euch und mit euch zu Parkway Drive und Heaven Shall Burn abzugehen und zu checken, ob Judas Priest noch etwas können und was Slipknot ohne Paul Gray treiben. Dafür beißen wir ernährungstechnisch gerne in den sauren Apfel – oder eben nicht, denn Obst wird’s die nächsten Tage wohl nicht geben. Die restliche Reisegruppe (bestehend aus Jakob, Frank und Fotomann Lemmy, auf dem Gelände stoßen noch Leimsen, Gunnat, Wickler und Küppers zu uns) hat mich zumindest gewarnt: Essen ohne Fritur gibt’s nicht in Belgien und schon gar nicht am Graspop. Ich selbst bin zum ersten mal dort und freudig erregt – hmmmm, Fett!
Wann immer es die Festival-Hektik zulässt wollen wir euch via Blog über den Graspop-Spaß auf dem Laufenden halten. Klickt also immer wieder mal rein! Den vollen Bericht gibt’s natürlichst im nächsten METAL HAMMER.
Gerade gurken wir über die A2 – fast ohne Stau, fast ohne Regen, fast ohne Bier (wir fangen heute mal langsam an!). Jakob hat vor ein paar Kilometern das Steuer übernommen – macht aber weiterhin den DJ und unterhält uns mit Musik und Anekdoten aus Zeiten, zu denen ich noch flüssig war. So kanns weiter gehen!
Bis später mal,
Sebastian
now playing: Journey ‘Separate Ways’
Autobahn · Belgien · Bier · DJ · Festival · Fett · Graspop · Journey · Live-BlogMetal = Stillstand?
Metal im Alltag | Autor: Iron Anz | 21.06.2011 | 7 Kommentare
Unsere Lieblingsmusik beschäftigt uns. Jeden Tag. Manche beruflich, manche als Hobby. Bei manchen gehen Beruf, Hobby und Leidenschaft Hand in Hand. Und manchmal bleibt vor lauter Veröffentlichungsflut und anderen Obligationen kaum Zeit, um inne zu halten und sich fragen, ob alles noch mit rechten Dingen zugeht. Dabei gibt es doch jede Menge Fragen…
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