70000 Tons Of Metal – Die Metal-Kreuzfahrt – Vor dem Ablegen
Unterwegs an der Front | Autor: Leimsen | 24.01.2011 | 7 Kommentare
70000 Tons Of Metal – METAL HAMMER sticht in See.
Ein Kreuzfahrtschiff. 40 Metal-Bands. 2000 Fans. 4 Tage zwischen Miami und Mexiko. Was wird das denn??? Um das herauszufinden, begibt sich METAL HAMMER-Chefredakteur Christof Leim auf hohe See…
Miami Beach, Vor dem Ablegen, Samstag abend
Bei Miami Vice schien immer die Sonne, da bin ich sicher. Flamingos, knappe Bikinis und Polizisten in pinken Hemdchen. War ja Florida. Nicht Metal, aber sonnig. Und hier ist es echt kalt. Was soll das denn? Haben wir uns verflogen? Nee, oder? Es ist Samstag abend, gerade ist der METAL HAMMER in Miami angekommen – und wir frieren. Am Montag wird die “Majesty Of The Seas” ablegen, bis zur Insel Cozumel vor Mexiko schippern und zurück. Schon an diesem Samstag reisen die ersten Fans, Mitarbeiter, Medienvertretern und Musiker an. Schon am Flughafen in Düsseldorf saßen Dark Tranquillity (an einer Bar, heißt es), auch Teile der Amon Amarth-Crew stieg dort ein, außerdem Musiker von Blind Guardian. Deren Gitarrist Marcus Siepen wusste – wie wir alle – auch nicht genauso, was ihn so erwartet. Man mutmaßt über 2000 Betrunkene im Pool oder die Wechselwirkung zwischen Seekrankheit und Sehr-viel-Bier-Krankheit. Wir werden sehen.
Deutlich zu sehen ist auch, wer alles potenzieller Mitschiffsfahrer ist:Â Vom Einsteigen in Düsseldorf bis zum Einchecken im Hotel habe ich schon drei Wacken-Shirts gesehen, eines davon in der Business Class. Gegen Ende des zehnstündigen Fluges muss die sehr nette Stewardess dann auch den teuren Rotwein rausholen, weil der für die Holzklasse schon weg ist. Soviele Metaller waren allerdings auch nicht an Bord, als das hier Klischees greifen würde. Schwamm drüber. Auch abends auf der Straße in Miami Beach tummeln sich einige Langhaarige. Schnell ist klar, wo alle in zwei Tagen hin wollen. Wegen Jetlag gibt’s aber erstmal nur Essen, Bierchen, Schlafen… und die Verwunderung darüber, dass es tatsächlich kalt ist. Und so ganz wie bei Sonny Crockett sieht es auch nicht aus.
Miami Beach, Vor dem Ablegen, Sonntag
Am Sonntag passt das Bild dann besser: Die Sonne scheint, und noch mehr Fans und Musiker trudeln in Miami Beach ein. So bummelt Testament-Brüllwürfel Chuck Billy mit seiner Frau durch das Art Deco-Viertel des Städtchen, schick am Meer gelegen mit gefühlt 1000000 Bars und Cafes. Auch Sonata Arctica sitzen in der Sonne und lassen es sich gut gehen. Und überall tauchen Metal-Shirts auf, sicher mehr als einem normalen Sonntag in Florida. Lange Haare, abgeschnittene Army-Shorts – ein bisschen wirkt das wie die Anreise für ein Open Air auf einer grünen Wiese in Deutschland.
Dort dürfte es allerdings nicht das Getränk geben, dass ich aufgrund seinen Namens sofort kaufen musste: Ironbeer. Was sich anhört wie das perfekte Metaller-Gesöff oder zumindest die Hausmarke bei Anzos, entpuppt sich als Mischung aus Billigcola und Dr. Pepper, schmeckt aber eigentlich doch ganz geil. Nur mit Bier hat das nix zu tun, was sich nicht zu Letzt in einem Alkoholgehalt von Nullkommanix niederschlägt. Eine spontane Diskussionsrunde auf Fatzebuch fördert einen wichtigen Hinweis von Ex-Sodom-Trommler Bobby zu Tage: “Trink nicht zuviel davon, macht Durchfall!”
Daran wollen wir uns halten, denn heute abend soll es ein paar Pre-Cruise-Partys geben, zum Teil mit Bands. Schon Wochen vorher haben Fans sich auf Facebook und in Foren zusammengetan und ausgetauscht. Auch Schmier von Destruction vermeldt seine Ankunft – und beklagt den Irrtum, die Lederjacke nicht eingepackt zu haben. So kalt ist es zwar gar nicht mehr, aber wieso darf Schmier als Rocker überhaupt ohne Lederjacke  aus dem Haus? Passt seine Mama nicht auf, dass der Junge angemessen gekleidet ist? Naja, Schwamm drüber. Bleibt zu hoffen, dass er seine Badehose eingepackt hatm, denn in der Verbindung von Metal-Sause und Sommerurlaub liegt der Gag bei dieser Kreuzfahrt.
Wie sich das alles so anfühlt, steht in den nächsten Tagen – so die Götter der Meere und die  Internetverbindung es wollen – in diesem Blog. Jetzt begebe ich mich erstmal, fröhlich ‘Under Jolly Roger’ pfeifend, auf die Suche nach einer guten Bar. Vermutlich werden die anderen Schwermetaller und Leichtmatrosen sich ebenfalls in den Strandvierteln von Miami Beach herumtreiben.
Und morgen heißt es dann “Leimsen los!”. Darauf noch ein Ironbeer.
Viele Grüße aus Miami Beach,
Euer Leimsen, Headbanger zur See
70000 tons metal cruise testament chuck billy metal hammer miami leim- 24.01.2011
von Leimsen
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Kommentare 7
da aknn man echt nur neidisch seien. Freue mich auf den Bericht in der Hammer.
Jörn am 24. Januar 2011 00:34
hey leimsen, gut geschrieben freue mich auf den rest :) hab spass und hoffe wir sehen uns bald wieder, ich nehme ultraphobic mit :)
alex jansen am 24. Januar 2011 20:38
Nicht vergessen Rage von mir (Master Stickendale) zu Grüßen Herr Leimsen - Korranten Dank dafür ;-))
Wolfgang Faupel am 31. Januar 2011 11:03
Eine Metal-Kreuzfahrt, wie geil ist das denn? Leider reich mein Budget wohl nich aus...deswegen bin ich auch sehr gespannt auf den Bericht! :-)
Mäxchen am 3. Februar 2011 16:32
[...] “70000 Tons Of Metal” wurde hier ja gebloggt, dass es qualmt. Das ZDF hat ebenfalls mehrere Beiträge gebracht, einer davon findet sich [...]
Leimsen regt sich auf – Heute: “Metaller-Klischees” oder “Metal vs. Oktoberfest” | Maximum Blogging am 24. Februar 2011 22:02
[...] Website) – Leimsen vom Metal-Hammer berichtet auf dem Hammer-Blog über die Metal Cruise (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil [...]
Folge IV: Wahrschau! SSS Gorch Fock in schwerer See (cr004) « Collaborativerockers am 26. März 2011 19:24
Geez, that's ubneeilvable. Kudos and such.
Geez, that's ubneeilvable. Kudos and such.
Mildred am 7. Juli 2011 15:06