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Blog For Blood Vol. 3: Schlagzeugwahnsinn

Frischfleisch - Blog for Blood | Autor: Iron Anz | 09.04.2010 | 9 Kommentare

Liebe Blog-Freunde, User und Frischfleischfetischisten,

ich begrüße euch zur nunmehr dritten Folge eures neuen Lieblings-Blogs „Frischfleisch – Blog For Blood“. In der letzten Ausgabe gab es mit dem Triple Thrash Treat ordentlich Thrash Metal auf die Zwölf. Dieses Mal gilt es einen Bereich im extremen Metal zu durchleuchten, der eine der wichtigsten Säulen für dieses Genre ist: Das Schlagzeugspiel. Ihr kennt das bestimmt von Konzerten: Der Drummer zählt ein. Sei es mit Schlägen der beiden Stöcke aufeinander oder in dem das „One, two, three, four!“ auf der Hi-Hat vorgegeben wird. Ihr wisst aber auch, dass die richtig coolen Jungs mit der Snare einzählen: „Bam, bam, bam, bam!“ Genau solche, die im Bereich des extremen Metal ihren mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen haben, stellen wir euch heute vor.

Kennt ihr den?

[youtube 19AmhjiMpPE]

Das ist Meister Roddy. Derek Roddy. Einer der wohl am meisten gehuldigten Schlagwerker der weltweiten Metal-Szene. Die Kombination aus wahnwitziger Geschwindigkeit und höchstem technischen Anspruch zeichnet ihn aus. Aufgrund seiner fast schon unmenschlichen Präzision bekam Roddy einst den Spitznamen „One Take“ verpasst, da er bei Drum-Recordings in den meisten Fällen nur einen Versuch benötigt, um das Stück einzutrümmern. Das Album I, MONARCH (2006) von Hate Eternal wurde – laut Band-Boss Erik Rutan – von Roddy in einen Durchgang eingespielt. Führt man sich den technischen Anspruch dieser Platte vor Augen, dann ist das schon fast unnatürlich. Der heute 37-jährige wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf und fing schon früh im Alter von fünf Jahren mit dem Trommeln an. Und auch wenn seine dokumentierte, musikalische Schaffensphase bis ins Jahr 1992 zurückreicht, so ließ der Name „Derek Roddy“ in höherem Maße erst 2000 aufhorchen. In dem Jahr erschien Niles Meisterwerk BLACK SEEDS OF VENGEANCE. Roddy hat bis dato in zig verschiedenen Kapellen seine Kunst vorgeführt. Seine letzte namhafte Station war Hate Eternal, die er aber im Jahr 2006 verließ. Seit dem verdingt er sich auf so genannten (und viel besser bezahlten) „Drum Clinics“, auf denen er die Produkte seiner Sponsoren vorführt und dem wissbegierigen Publikum den einen oder anderen Kniff zeigt.

Ähnlich wie bei Derek Roddy erfuhr auch unser nächster Protagonist einen enormen Karriereschub durch sein Engagement bei den US-Death-Helden Nile. Sein Name: George Kollias. Der Grieche galt schon früh als quasi das Wunderkind im extremen Metal. Seit 2004 bedient er die „Battery“ bei Nile und ist damit der dienstälteste Drummer der Band. Wie fast jeder Schlagzeuger, der zu den großen und momentan angesagten Namen der Szene zählt und der etwas auf sich hält, hat auch George Kollias eine DVD veröffentlicht, die sich nur mit Drumming befasst. Im Jahr 2008 erschien INTENSE METAL DRUMMING. Einen Ausschnitt aus diesem Werk seht ihr im nachfolgenden Film:

[youtube XagspfIdhqk]

Wie bei allen renommierten Schlagzeugern im extremen Metal übt ihr Spiel besondere Faszination aufgrund der hohen Geschwindigkeit aus. Bei dem jungen Griechen Kollias (Jahrgang 1977) sind 280 beats per minute (BPM) keine Seltenheit. Wer sich mit Metal-Drumming ein wenig auseinander setzt, wird feststellen, dass 280 bpm nur wenigen Schlagzeugern möglich sind. Denn irgendwann gilt auch nicht mehr der Satz einer großen deutschen Elektroeinzelhandelskette, dass alles nur eine Frage der Technik sei. Wie wichtig Technik aber generell ist, seht ihr hier:

[youtube gXINemV8E_0&feature]

Technik auf der einen Seite. Ausdauer und Fitness auf der anderen Seite. Denn dass extremes Schlagzeugspiel auch immer etwas von Höchstleistungssport hat, liegt auf der Hand. Gerade in der Live-Situation, bei der eben nicht – wie im Studio beispielsweise – ein bestimmter Part wiederholt werden kann. Da wird der Muskel sauer und das Handgelenk müde. Körperliche Defizite können nur marginal mit technischer Raffinesse ausgeglichen werden. Ihr fragt wie physisch beanspruchend ein Nile-Song in der Live-Situation schon sein kann? Bitte schön:

[youtube -xCFgus0RXY]

Dass natürlich ein Drummer bei solch einer Aufzählung nicht fehlen darf, ist klar: Die Rede ist von niemand Geringerem als Inferno von den Durchstartern Behemoth. Seine Schlagfertigkeit auf den letzten Behemoth-Alben DEMIGOD (2004), THE APOSTASY (2007) sowie dem Überalbum in 2009 EVANGELION (das sogar den METAL HAMMER-Soundcheck gewann und in die deutschen Charts auf Platz 59 einstieg) sorgte weltweit für Furore. Auf EVANGELION fällt speziell das detaillierte Cymbal-Spiel des 31-jährigen Polen auf. Und auch für die Freunde von Rekorden in Sachen Highspeed sei hier auch noch eine Zahl genannt: Beim zweiten Track ‘Shemhamforash’ vom aktuellen Album soll im Studio sogar eine Geschwindigkeit von 285 bpm erreicht worden sein. Wie krass Infernos Schlagzeugspiel ist veranschaulicht der nachstehende Clip in einer etwas anderen Variante:

[youtube 42UwoSZ0UC0]

Zum Abschluss noch ein amüsantes Beispiel dafür wie es aussieht, wenn extrem überdurchschnittliche Stockhandhabung sich mit Artistik und Akrobatik vereint. Viel Vergnügen mit dem unbekannten filigranen Könner:

[youtube U-LHWyrnOyU]

Eigentlich bedarf es keines Hinweises, dass diese Auflistung nicht ansatzweise Vollständigkeit liefern kann. Dafür fehlt einfach der Platz. Es geht viel mehr um die Vorstellung von Musikern, die in ihrer Zunft ganz oben stehen. Natürlich fehlen weitere Ausnahmekönner wie unter anderem ein John Longstreth (Origin), Alex Pelletier (Despised Icon), Dave Culross (Malevolent Creation), Adam Jarvis (Misery Index), Frost (Satyricon), Trey Williams (Dying Fetus), Brad Fickeisen (The Red Chord) oder aber natürlich Altvordere wie Gene Hoglan (u.a. Dark Angel, Death, Strapping Young Lad, Fear Factory) oder aber natürlich Dave Lombardo (Slayer). Selbst in dieser Aufzählung fehlen viele, viele Hochkaräter, schließlich gilt der Blick hier primär dem extremen Metal und da natürlich insbesondere Death Metal.

Wer noch tiefer in diese Materie vordringen und sich mit den krassesten Schlagzeugern unserer Zeit beschäftigen möchte, dem sei zu guter Letzt das Sick Drummer Magazine empfohlen, das sich ausschließlich dem schlagzeugtechnischen Hirnfick verschrieben hat.

In diesem Sinne,
BLOG FOR BLOOD!
Euer IronAnz

  • 09.04.2010

von Iron Anz

Kommentare 9

gute idee, der artikel. der vorgespulte snare-trickser is auch nett, aber nächstes mal auch wieder neue band empfehlungen, bitte.

thunderhorst am 11. April 2010 15:56

was ist mit Marco Pitruzella hat bei braindrill gespielt und ich glaub auch bei vital remains spielt jetzt bei the faceless...

moshkito am 11. April 2010 17:22

Irgendwie merkwürdig mit dem vorgespulten Snare Spieler... wenn ihr einen wirklich guten sehen wollt, dann schaut euch Jim Kilpatrick an, der hat es wirklich drauf!

Grauwolf am 11. April 2010 18:55

Genau, Lord Marco(Pitruzzella) fehlt noch. Die schnellste Snare hinter der Schießbude. Gravity Blasts bis der Schädel platzt. http://www.youtube.com/watch?v=-vaGDS0bDh0&feature=related oder http://www.youtube.com/watch?v=v0CcK5gpbVs&feature=related

Saitenhexer am 12. April 2010 21:57

nabend herr sadoni, hast mir ja uffm dying fetus konzert jesagt,ick soll hier ma rinnkieken!hiermit jemacht!!! zu den kollegen da oben jibs nischt weiter zu sagen...ditt snaredingens da is eh blödsinn! ick hab hier aber noch eenen,der wird ma janz dolle berühmt und so!haste ja selbst jesehen-> http://www.youtube.com/watch?v=rfTG3dA1hqE&feature=related

Matze am 19. April 2010 23:33

anz, wir lechzen nach neuem frischfleisch! what's loose, why goes there nix?

egaahl am 21. April 2010 08:49

[...] sondern auch das Vielschichtigste. Das letzte Mal haben wir euch drei der angesagtesten und besten Extrem Metal-Schlagzeuger vorgestellt. Ein kleiner Ausflug in die Welt der BPM und Snare-Massaker sozusagen. Nun gilt es [...]

Blog For Blood Vol. 4: Cameron “Big Chocolate” Argon | Maximum Blogging am 23. April 2010 15:01

Cooe Sachel! Aber mmhh, hätte da noch einen Vorschlag, was ist mit "My Decadence" aus Aachen? Die bringen bald ihre neue EP raus und was von denen online zu hören ist (www.myspace.com/mydecadenceband) ist schon wirklich amtlich, stechen meiner Meinung nach angenehm aus der Masse an neuen Metalbands heraus. Wär auf jeden Fall mal ein Probehören wert!

Scar am 10. Mai 2010 14:07

Sorry, sollte in den Thrash-Eintrag ;).

Scar am 10. Mai 2010 14:09

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