Graspop 4 – Blind Guardian, Gottesdient, Weisheit und Down
Unterwegs an der Front | Autor: Tobias | 27.06.2009 | 3 Kommentare
Nun denn, es wird Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, meine virtuellen Leidensgenossen – es wird kein Kriek-Bier auf dem Graspop-Gelände geben. Aber: es gibt ein seltsames Kirschbier, das nach einem flüssigen Himbeer-Joghurt schmeckt. Die spinnen doch, die Belgier. Obwohl – lecker isses!
Außerdem macht sich so langsam Wacken-Feeling hier in der Ortschaft breit. Privatmenschen verkaufen Ess- und Trinkzeug bei sich in der Einfahrt, während verstrahlte Festival-Menschen einträchtig mit Wochenend-Fahrern den Radweg teilen. Irgendwie auch schön.
Gar nicht schön ist hingegen, wie Blind Guardian Sänger Hansi Kürsch auf der Bühne aussieht. Seltsame Kurzhaarfrisi, zu tiefer Mikroständer, feistes Bäuchlein. Da gibt es dann auch kein Foto von. Dafür haben wir den vielleicht faulsten Blind Guardian Fan im Angebot:
Zum Glück regiert das Aber dann auch bei Blind Guardian, denn Hansi ist prima bei Stimme und bringt grad zum Ende des Sets die großen Band-Klassiker: ‘Imaginations From The Other Side’, ‘The Bard Song’ und natürlich final ‘Mirror, Mirror’. Da krakelt sich Anzo halb heiser erklärt: „Sag deinen Leuten im Blog: ‚Anzo Sadoni ward textsicher gesehen.’ Bitteschön…
Doch das ist alles nichts gegen die Macht. Dio fuckin Dio, Master Iommi an der Klampfe – Heaven & Hell siegessicher. Die vier alten Männer sind so unglaublich gut, da können junge Bands schlicht einpacken. Wenig neue Songs, stattdessen eine tolle Mischung aus THE MOB RULES (1981), HEAVEN & HELL(1980), DEHUMANIZER (1992) und eben dem neuen Album grandios.
Genau wie die Unterhaltung nach dem Gig. Meister Strater: „Warum hat die Queen Tony Iommi eigentlich noch nicht geadelt?“ Darauf Anzo: „Warum ist Dio noch nicht Präsident der verdammten Welt? Fragen über Fragen.“ Das nennt man wohl Weisheit.
Und Down? Deren Gitarrist Kirk Windstein eilte schnell nach ein paar Songs Heaven & Hell an seine eigene Klampfe, um im Marquee-Zelt zu spielen.
Down legen dann auch ordentlich mit Dampf in den Backen los. Sänger Phil Anselmo ist fit und agil, die drei Saiten-Chefs sind eigentlich selber schon Frontmänner von großem Format und so wird der Gig natürlich ein deftiges Gerühr. Sobald die Südstaatenklampfe ordentlich singt, liegt Magie in der Luft, beim derben Rock raucht selbst der Bierhumpen – nur manchmal verriffen sich Down in ihren eigenen Riffs. Zum Glück aber nur selten.
Und jetzt – Kühlschrank auf, die Himbeere will getrunken werden!
Blind Guardian · Down · Festival · Graspop · Heaven & Hell · Tour-Tagebuch- 27.06.2009
von Tobias
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Kommentare 3
"Aber: es gibt ein seltsames Kirschbier, das nach einem flüssigen Himbeer-Joghurt schmeckt." Klar, KIRSCHbier schmeckt nach HIMBEER-Joghurt. xD
Mosa am 27. Juni 2009 14:42
Tja, in Belgien ist so einiges möglich. Da kann nicht verkauftes Kirschbier auch mal nach Himbeer-Joghurt schmecken ;-)
Tobias am 28. Juni 2009 12:43
Sorry, aber ich fand Heaven and Hell SO langweilig!!!!!! Die Songs waren ja cool, aber die haben's voll nicht rübergebracht! Lediglich TIME MACHINE kam ganz gut an, aber Dio hat mit seiner (echt GEILEN Stimme) einfach zu viel gemacht. Irgendwann muss man auch mal den Gitarren etc Platz geben! Somit hat sich alles irgendwann gleich angehört. Das Gleiche hab ich auch bei Monster Magnet, Dream Theater und Disturbed gedacht, obwohl die Stimmung bei diesen Band (komischer Weise) echt voll geil war!
Hille am 29. Juni 2009 00:51