Stille Tage im Klischee
Metal im Alltag | Autor: Jakob | 09.04.2011 | 2 Kommentare
Um das Feuer unter der von den Kollegen Leim und Sadoni anschobenen Diskussion um unseren heiligen Schrein (oder wie wir sagen: “die true Truhe”) noch weiter anzuheizen, stelle ich noch einmal unsere Lieblingsfrage: Woran erkennt man, ob Metal echt oder falsch ist? Die einfachste Variante ist natürlich der sogenannte “Joey DeMaio-Test”. Seid ihr euch nicht sicher, ob ihr es mit einer wirklichen Metal-Band zu tun habt, lasst einfach den Manowar-Chef dran schnuppern. Wenn er was von “True Brother Of Metal” faselt, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Denn: Joey DeMaio lügt nie und Heavy Metal ist das Gesetz.
http://www.youtube.com/watch?v=isESioKn-4s&feature=related
Der etwas kompliziertere Test ist der sogenannte Fünf-Punkte-Check. Um den durchzuführen, müsst Ihr beim zuständigen Amt für Trueness ein Zertifikat erwerben. Meist genügt ein achtminütiger Powerpoint-Vortrag über die stilistischen Unterschiede zwischen
NOBLE SAVAGE (Virgin Steele)Â
,
GUILTY AS CHARGED (Culprit) 
und
STAGEFRIGHT (Witchfynde)
.
Habt ihr dieses Zertifikat erworben, könnt ihr Bands nach folgende Kriterien bewerten:
- - Sound (spielen sie multi-virtuose Riffs in atemberaubender Geschwindigkeit?)
- - Lautstärke (es sollte schon mehr drücken als der heimische Funkwecker. Wie viele Boxen stehen auf der Bühne? Sind die auch alle angeschlossen?)
- - Image (wie sehen Musiker und Fans aus, wie viele Schädel und Schwerter werden verwendet, ist das echtes Blut oder Kirsch-Sirup?)
- - Sujet (welches Thema wird behandelt – Kopulierende Hamster sind ok, Modelleisenbahnen nicht)
und: ganz wichtig:
- - Optik (Frisuren, Klamotten, Form der Instrumente)
Unter diesen Gesichtspunkten sind Van Halen ganz klar…
kein Metal. Denn: orangene Pumphosen sind (im Gegensatz zu Jeans, Tarnbuxen, Leder, zur Not geht auch Katzenfell) kein Metal. Klarer Fall.
Wobei die richtigen Klamotten alleine noch nicht ausreichen, um sich zu “metallisieren”:
http://www.youtube.com/watch?v=4EfIBPr17Rw
Denn: Billy Idol hat zwar im Vergleich mit den Van Halen-Clowns die coolere Hose, hat jedoch ein ganz anderes Problem:Â Wer “Wilhem Vorbild” heisst, kann kein Metal sein, denn der Name ist schlicht und ergreifend: bescheuert.
(Merke (1): ohne vernünftigen Namen ist jede Band verloren.)
Beispiel: “Horse The Band” geht schon mal nicht (weil man es mit der Hof-Kapelle der Fachpublikation “Wendy” verwechseln könnte). Auch “Casanova” ist viel zu nett, dagegen geht “Metalium” in die richtige Richtung. Noch besser ist aber irgendwas mit Tod, Verwüstung, Sex und/oder Rebellion. “Killers” zum Beispiel ist ein guter Ansatz, kann aber zu Verwechslungen führen.
Mein Favorit sind “Necrosadistic Goat Torture”. Dem Namen nach offenbar ein totales Trümmerkommando…wenn da nicht wieder Punkt fünf greifen würde: die Optik.
(Merke (2): Bier ist zwar Metal, aber Bier in der Einkaufstüte auf dem Bandfoto nicht. Alles klar?)
Noch mal zum mitschreiben: Eine echte, true, trve Metal-Kapelle braucht: vernünftige Optik (Leder geht immer, Motorrad kommt auch gut), irgendwas mit Sex (zur Not eine Frau auf dem Cover) und elektrische Gitarren. (Wer hat hier “Andrea Berg” gerufen? Wascht Euch den Mund mit Seife aus! Am Besten mit Kiss-Seife!)
So nebenbei: Kiss sind ja auch volle Kanone Kommerz. Und wieso sind die dann trotzdem true? Oder hab ich das mit Kult verwechselt?
Das kann mir ja mal jemand erklären.
Nächstes Mal vielleicht. Ich muss jetzt wieder mit Joey DeMaio spielen gehen. Denn was haben wir schon bin der Heavy Metal-Grundschule damals in Trueheim gelernt?
Richtig. ‘All Men Play On Ten’. Alle Männer spielen bis um zehn. Deshalb,
Zeit ist kurz,
komm nu
und raus
Jakob
- 09.04.2011
von Jakob
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Kommentare 2
GroĂź!
Leimsen am 9. April 2011 11:22
fett! Metal Hammer goes Science! Sehr gut, Doc Kranzen!
Anz am 10. April 2011 18:53