With Stromausfall on our Side
Unterwegs an der Front | Autor: Jakob | 29.06.2010 | 2 Kommentare
Neuer Tag, neuer Mosh – der letzte Teil des Graspop steht an.
Eines der faszinierendsten Details der Organisation ist die Pfand-Regelung. Auf dem gesamten Gelände wird bargeldlos bezahlt, d.h. ihr müsst für je 2,25€ Plastikmünzen (“Munten”) am Automaten kaufen. Statt pofelige Pfandchips auszugeben gelten die abgegebenen Becher als Pfand. Für 25 Plastikflaschen gibt´s ein Frischgetränk. Ein großer Getränkehersteller sponsort das Ganze und verteilt kostenlose Umhängetaschen, in denen der leere Müll gesammelt werden werden kann. Und so sieht man den ganzen Tag in den wildesten Bühnenschlägereien Leute am Boden rumkrauchen, emsig Flaschen und Becher einsammeln und später glücklich mit einer Erfrischung in der Hand auftauchen. Andererseits kann man ganz Proletenmäßig den Humpen in einem Zug leeren, und dann mit einem erleichternden Bäuerchen von sich werfen. Denn der nächste Sammler kommt bestimmt! Einfach und genial.
Trotzdem – langsam sieht es hier aus wie auf der Müllkippe. Melonenreste gären in der Sonne, der Austernstand (! … 10 Euro die Portion) verkauft immer noch nichts, dafür macht sich eine Mischung aus Ketchup (remember….Frituur kann man nicht pur geniessen) und Sonnenmilch am Boden breit. Mnjam. Wie gut, dass wir bestiefelt sind … bei über 30 Grad.
Musiklisch geht´s heute eher modern zu. Atreyu starten schon am Vormittag (die Hälfte der Fans grillt noch im Zelt), dann sind A Day To Remember (De de de de dep dep, de de de dep…ihr wisst Bescheid), As I Lay Dying, Deadlock, Devildriver und Unearth am Start. Dass da die Post abging, ist klar wie der Himmel über Dessel. Zu späterer Stunde teilt sich der Ozean der schwitzenden Menschen in drei Gruppen: Freunde des Geballers, Freunde des Fellschurzes und Anhänger der Ein-Mann-Schattenschlägerei. Während also Anzo, Strater und Kranz sich bei Bloodbath und Behemoth vergnügen (Zita MIkael Akerfeld: Es ist heiss in meiner Lederjacke. Das mache ich nur, damit ich für euch gut aussehe), schlendert Gunnar zu Eluveitie und Finntroll. Killswitch und Hatebreed werden auch in Augenschein genommen.
Bevor Kiss aber ihre “Sonic Boom Tour” auf dieser (ehemals zartgrünen) Wiese beenden, gibt´s die Erfahrung des Festivals.
Amon Amarth stehen vor über 10.000 Leuten im Zelt, setzen zum Endspurt von “Cry Of The Blackbirds” an und werden im vollen Galopp von einer streikenden PA gestoppt. Erst wurde vermutet, die zeitgleich beginnenden Kiss hätten den Saft gemopst, aber nachdem sich minutenlang nichts tut, unterhält Johann Hegg die Masse schweigend mit La Ola´s, bevor er ohne Mikro mit allen zusammen “Pursiut Of Vikings” anstimmt. Als dann überraschend der Strom wiederkommt und das mächtige Riff das Zelt erzittern lässt, brechen alle Dämme und der Tempel kocht. Grandios.
Dagegen können leider auch Kiss nichts mehr ausrichten und schleppen sich eher hüftlahm ins Ziel.
Nun heisst es: Becherchen austrinken, Tasche packen, und ab zurück ins METAL HAMMER Hauptquartier, damit Ihr die ganze Story in der kommenden Ausgabe lesen könnt.
PS: Und nicht vergessen: nach dem Kopfschmerz ist vor dem Kopfschmerz. Wir sehen uns beim With Full Force!
- 29.06.2010
von Jakob
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Kommentare 2
Hier gibt es noch einen schönen Beitrag mit Fotos vom Graspop 2010: http://www.2010lab.tv/blog/graspop-metal-meeting-%E2%80%93-freitags-auf-einer-wiese-belgien
2010LAB.tv am 30. Juni 2010 13:23
Für 24 Becher oder Flaschen gabs ein Gratisgetränk! Nicht für 25! Mit Zahlen hatte es der Hammer ja schon immer schwer! Und Kiss waren grandios! Ich weiß allerdings nicht, wieso man Killswitch Engage und Hatebreed vor Kiss spielen läßt und Slash vor Soulfly. Andersrum wär glaub ich passender gewesen!
Rocksoldier Graspop am 30. Juni 2010 21:47