Summer Breeze 2008, Teil 3
Unterwegs an der Front | Autor: Tobias | 15.08.2008 | 0 Kommentare
Nachdem der Summer Breeze-Donnerstag noch mit bestem Festival-Wetter begeistert hat, sieht’s am Freitag anders aus. Nieselregen und Kälte begrüßen die Fans am Morgen. Bäh. Auch die Stimmung in der Redaktion ist nicht ganz auf dem Höhepunkt: Zacke sitzt total zerstört beim Frühstück: “Ich bin alle 20 Minuten aufgewacht, weil Anzo so derbe geschnarcht hat, als ob er einen kompletten Wald abholzen sollte.” Aber für ein paar markige Sprüche reicht seine Kraft noch. Als Herr Sauermann zu einer seiner berüchtigten Laberattacken ansetzt, meint El Cheffe nur: “Wenn wir Gunnar enthaupten, haben wir ein Problem: Wir können seinen Kopf nicht an den Haaren nehmen, sondern müssen ihn am Bart hinterherschleifen.”
Passend zu diesem Thema dröhnt draußen die Musik von Heidevolk übers langsam verschlammende Gelände. Nach dem coolen Auftakt von Dark Age kommt nun schon die erste Mitklatschstimmung auf. Unglaublich. Die Leute haben echt Energie…
Im METAL HAMMER-Bus laufen derweil die Vorbereitungen für die Autogrammstunden auf vollen Touren. Stifte raus, Klassenarbeit. Oder so. Derweil steigt im oberen Deck unseres roten Doppeldeckers die Nachlese des gestrigen Abends. Diana Glöckner ist immer noch total begeistert vom Diablo Swing Orchestra. Außerdem wird eifrig diskutiert, was denn die von Graveworm angekündigte “Wall Of Det” sein sollte – Mainzelmännchen im Pit?
Herr Thießies, der alte Hard-Rocker, hat musikalisch beim Summer Breeze wenig zu lachen, außer Kissin’ Dynamite und den Wildhearts begeistert ihn nichts – dafür laufen ihm aber Onslaught über den Weg, die ihn gleich mal drei Stunden in Beschlag nehmen. Old Schooler unter sich. Doch das Stelldichein der Traditionalisten hat ein Ende, als der Sänger von Cephalic Carnage den Container mit seinem Ghettoblaster beschallt und dazu lauthals mitsingt. Der Gute hat zuvor wohl einen etwas zu tiefen Zug aus seinem Apfel genommen. Nein, das ist kein Tippfehler.
Am Gig von Primordial scheiden sich die Geister: Während Robert und Petra meinen, dass das holprige Schlagzeug die Atmosphäre ziemlich zerstört hat, sind Gunnar, Shifty (!) und Anja der Ansicht, dass das alles halb so schlimm war. Versöhnliches Fazit nach einer längeren Diskussion: Kein Drama, aber schade, dass Drummer Simon Laoighaire körperlich nicht fit war. Aber insgesamt ein Lob an die Sound-Crew: Die haben das Beste aus der schwierigen Situation gemacht. Besser läuft’s bei Helloween: Obwohl das Publikum insgesamt kein typische Traditions-Metal-Meute ist, stehen die Reihen bis zum Sound-Turm voll. Die Hits tun ihr übrigens, die Leute feiern derbe zu ‘Dr. Stein’ & Co. Anzo meint zwar, dass Andi Deris bei einigen Songs stimmlich daneben gelegen hat, aber bei dem Promillegrad auf dem Festival-Acker stört das niemanden mehr.
Parallel dazu ist auch Alarm am METAL HAMMER-Bus: Arch Enemy kommen zur Autogrammstunde, und die Schlange führt fast ums halbe Festival-Gelände herum. Angela Gossow und ihre Schweden-Männer freut’s, und so bleibt die Band über eine Stunde am Stand. Die Stifte glühen fast, als die fünf sich schließlich verabschieden. Einzig der Onkel, der seinen Penis von Angela signiert haben wollte, hatte keinen Erfolg – recht so. Vollhonk!
Festival · summer breeze- 15.08.2008
von Tobias
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