Summer Breeze 2008, Teil 5
Unterwegs an der Front | Autor: Tobias | 16.08.2008 | 0 Kommentare
Subway To Sally & das Summer Breeze = eine perfekte Ehe. Die Band räumt so derbe ab und stellt ohne Probleme alle bisherigen Publikumsrekorde von Arch Enemy und Korpiklaani ein. Das Gelände ist proppenvoll, der Sound ein Traum, und so kann nichts mehr schief gehen. Die Fans mobilisieren die letzten Kräfte und singen aus voller Kehle mit. Herrlich.
Im Zelt überzeugen zunächst Hollenthon, die es schaffen, orientalische Melodien mit Riffs und Mitsing-Parts zu verbinden. Und sympathisch sind die Wiener obendrauf. Auch The Vision Bleak erwischen einen guten Tag, selbst wenn einige Rückkopplungen aus den Boxen quietschen. ‛Carpathia’ und das beeindruckende ‛By Our Brotherhood With Seth’ zerschmettern dennoch die Nackenwirbel. Da hilft nur eines: Noch ein guter Schluck. Der ist auch nötig, denn Jesus On Extasy kann und will man nicht ertragen. Shifty, der drei Songs im Fotograben ausharren muss, fordert Schmerzensgeld. Zumindest aber besteht er auf den Abdruck des Bilds: „Wenn da jetzt kein Foto ins Heft kommt, bin ich echt sauer!“ Zu Recht.
Schließlich bricht der letzte Festival-Morgen an, und der erste verschlafene Blick nach draußen bringt die beglückende Erkenntnis: kein Regen, ein Glück. Pünktlich zum Startschuss zeigt sich sogar die Sonne. Musikalisch sieht’s dagegen standesgemäß finster aus: Debauchery köcheln ihre Blutsuppe, dass es nur so eine tödliche Freude ist. Da fliegt schon wieder das erste Stroh tief. Auch die Japanischen Kampfhörspiele metern ordentlich einen runter – kein Vergleich zum musikalischen Auftaktprogramm am Freitag. Mit Autumn und The Old Dead Tree gibt’s danach eine kleine Verschnaufpause, wobei die Holländer ihre Sache wesentlich besser machen als die Düster-Franzosen. Die liegen nämlich des Öfteren mal einen Ton daneben. Hackneyed schrauben den Geschwindigkeitsfaktor wieder nach oben, und prompt füllen sich auch die Reihen vor der Bühne wieder ordentlich.
Während im Bus die Vorbereitungen für den ersten Höhepunkt laufen – schließlich spielen gleich Endstille, und da muss die Finsterfraktion in Stimmung kommen –, stehen auch schon die ersten Fans zur Autogrammstunde von Debauchery an. Petra fragt sich, wie man auf die Idee kommen kann, mit einem Stahlhelm auf dem Kopf aufs Festivalgelände zu gehen, während Gunnar den Nachwuchsrockern von Anima erst mal die Leviten liest. Die Nordhausener sitzen nämlich reichlich angeschlagen hinterm Bus – in ihrem jugendlichen Alter sollte man da schon etwas mehr Stehvermögen erwarten.
Doch nun rollt der Kieler Panzer ein: Endstille starten – also: PC aus, raus vor die Bühne!
Festival · summer breeze- 16.08.2008
von Tobias
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