Summer Breeze 2008, Teil 6
Unterwegs an der Front | Autor: Tobias | 16.08.2008 | 0 Kommentare
Die Kieler Panzerketten rasseln: Die Endstille fällt in Bayern ein und siegt auf ganzer Linie: Mit vehementer ‛Dominanz’ eröffnen sie den Feldzug, bevor das ‛Frühlingserwachen’ auch den letzten müden Headbanger zur Haarrotation bewegt. Ein Fan wirft sogar ein Pandastofftier auf die Bühne, was Iblis mit einem fassungslosen “Mama” kommentiert, das possierliche Tierchen ableckt und zurückschleudert. Als schließlich noch der ‛Navigator’ ertönt, gibt’s kein Halten mehr.
Keep Of Kalessin können die Meute ebenfalls begeistern, denn die Düsterfraktion wandert nach Endstille nicht ab, sondern bleibt stehen. Dann kommt mit Dismember noch eine weitere Extrem-Truppe – da sind allerdings die Kräfte schon ein wenig erschöpft: staunen und mitnicken ist angesagt, nur bei ‛Dreaming In Red’ ist Alarm. Beim Party.san vergangene Woche ging da dank Death Metal-Publikums mehr.
Richtig derbe gefeiert aber wieder bei Neaera: Die Pits rotieren, wenn ‛Let The Tempest Come’ & Co. aus den Boxen brechen. Sogar um den Sound-Turm. Wahnsinn…Bei Ensiferum schließlich zeigt sich einmal mehr, dass die Trinkhornfraktion die beständigste Partyabteilung des Festivals ist. Der Platz steht voll bis hinten, bei bestem Wetter hagelt es Hymnen, und die Strohschlacht nimmt neue Dimensionen an.
Während Primal Fear zelebrieren, dass der Metal tatsächlich forever ist, blicken die H-Blockx zunächst in eine Menge skeptischer Gesichter. Doch so fehl am Platze, wie man zunächst denken würde, ist die Band beim Summer Breeze nicht. Die Leute feiern, und auch wenn zu Hause wahrscheinlich nur die Wenigsten eine Platte der Truppe um Henning Wehland einlegen würden – die Songs kennt man dennoch. Und da gerade die Sonne untergeht, der Promillepegel stimmt, reißen alle die Hände hoch. Es ist zwar nicht so voll wie bei Ensiferum, aber der Spaßfaktor stimmt dennoch.
Im Zelt ist heute kein so hochkarätiges Billing am Start wie gestern – dementsprechend sind die Resonanzen recht verhalten. Frank kommt von NME.Mine zurück und ist nicht euphorisch, Hacride sind extrem laut, meint Heci. Und nur in vorderen Reihen drängen sich die Leute, dahinter lichten sich Reihen.
Währenddessen neigt sich der Autogrammstundenmarathon am METAL HAMMER-Bus langsam dem Ende zu. Allerdings nicht ohne Höhepunkte: Heaven Shall Burn entreißen Arch Enemy den Thron des „Schlangengottes“. Endstille ziehen ebenfalls mächtig Fans an – und dürfen sogar einen weißen BH signieren. Außerdem trinkt ein Headbanger in seinem Becher die gesammelte Spucke der Musiker mit Apfelschorle. Mehr Black Metal geht nicht. Schließlich kündigen sich noch Destruction an – inklusive Mad Butcher. Der steht jedoch erst einmal am falschen Eingang und schüchtert die geladene Dorfbelegschaft mit seinem Schlachtermesser ein. Auch das ist Metal.
Jetzt geht’s aber für die METAL HAMMER-Crew erst einmal in die letzte Runde. Es stehen noch Gigs von Sonic Syndicate, Destruction, Anathema und Cradle Of Filth an – außerdem natürlich noch jede Menge Zeltbühnen-Action. Für die Redaktion stehen außerdem die Vorbereitungen für den Abschluss-Mosh beim Summer Breeze an: Zum Ende des Festivals gibt’s ein DJ-Set, und Iron Anz sammelt schon mal die Klassiker-CDs zusammen. Wir freuen uns schon – bis später dann!
Macht eure Nacken schon mal warm!
Festival · summer breeze- 16.08.2008
von Tobias
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