Die Einträge der Rubrik: 'Detective'
Altes aus New York
Unterwegs an der Front | Autor: Sleazis | 23.04.2011 | 1 Kommentar
New York, New York. Das gewisse Etwas dieser Stadt wusste schon Frank Sinatra zu preisen, die New York Dolls namentlich schätzen und Kiss und die Ramones hätten sich wahrscheinlich auch nicht in Hoboken, New Jersey so zusammengefunden. Vom eingebrannten 91er Besuchs-Bild, zu dem die arschcoolen Kollegen The Throbs nachfolgenden Sleaze-Soundtrack-Beitrag eindrucksvoll hinterlassen haben, ist zwanzig Jahre später allerdings nicht mehr so viel zu finden. Zur Erinnerungseinstimmung und weil es so schön war – hier noch mal:
Zurück zur Gegenwart.Verdammt sauber und sicher ist es hier geworden. Keine herumlungernden Eckensteher mehr mit gefälschten Golduhren oder Bowie-Messern (für die Safari-Unerfahrenen: das hat nichts mit dem Großmeister des Glam gemeint, sondern ist mehr so ein Taschenschwert für den Großstadtdschungel) Bauchladen-Angebot, und außer Gullydeckeln und Gebäuden wie dem Grand Central Terminal raucht auch fast nichts und niemand mehr hier.

Egal, man muss sich ja auch als Gast nicht in allem anpassen. Während Manhattan also mehr oder minder zu einer flächendeckenden H&M-Kolonie samt um die Ecke lauerndem Starbucks-Konglomerat verkommen ist, findet man im mittlerweile begehbaren Teil von Brooklyn wahre Schätze.
Hinter so unscheinbaren Ecken des Brücken-Vororts wie auf obigem Bild verstecken sich nämlich Plattenläden, die es in sich haben. Wo sonst findet man wohl so ein Schätzchen wie das Debüt 1970er Debüt der –natürlich New Yorker – Supergroup Cactus (Rhythmusektion aus Tim Bogert am Bass und Vinnys älterer Bruder Carmine Appice am Schlagzeug; Jim McCarty an der Gitarre und Rusty Day an Mikro und Mundorgel) in akzeptablen Erstpressungs-Zustand für eine Handvoll Dollar?
Gleiches gilt für die ebenfalls exzellente zweite Scheibe IT TAKES ONE TO KNOW ONE (1977) der zu Unrecht viel zu unbekannten, als jemals als unterbewertet zu geltenden Detective mit dem großartigen Michael Des Barres (Silverhead) am Gesang? No cheap ’till Brooklyn, baby.
Morgen, respektive heute geht es dann wohl an die Live-Front, auch wenn das in New York nicht immer einfach ist, da alle großen Shows schon seit Jahren ausverkauft zu sein scheinen. Dafür stehen am Samstag allerdings gleichzeitig zwei Sachen zeitgleich auf dem Programm. Während Trouble Schlagzeuger Jeff Olson morgen mit seinem neuen Projekt Retro Grave seinen Debüt-Auftritt gibt, spielen die nicht minder abgefahrenen New Yorker Diamondsnake (mit Urge Overkills Nash Kato an der Gastgitarre) zur gleichen Zeit auf. Schwere Entscheidung. Aber die nimmt man, im damaligen wie heutigem New York, gleichsam gelassen.
Dank an Starbucks für den Kaffee und die Wifi-Verbindung, ich bin raus. Rauchen.
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