Wacken-Samstag: Zwischen Slayer und brennenden Bussen
Unterwegs an der Front | Autor: Tobias | 07.08.2010 | 0 Kommentare
Wow, so früh wie hier schon alle wach sind, ist normalerweise fast niemand im Büro! Aber die Sonne metert schick auf den Bus, es wird lecker warm, der Pumakäfig regt sich. Während unsere Wetter-Spione aus München und Berlin nur eines berichten – „Regen“ – wird der Wacken-Acker zur Schnetzelpfanne. Und das ist gut so.
Der letzte Tag ist da, was war gestern noch so alles? Vor allem waren wir bei Slayer. Kerry King hat den Award „God of Riffs“ entgegengenommen, Basti und ich haben den Meister für euch videointerviewt. Basti war vorher etwas nervös. Nachvollziehbar. Der Bartmann könnte einen fressen. Soll er in Frankreich mal bei einem Journo gemacht haben. Er war aber total relaxt, hatte gerade gegessen (wir wissen nicht, wen) und erklärte vor allem, dass es Tom und ihm selber gut gehe. Leider hat er was mit dem Innenohr, weshalb er momentan nicht bangen kann. Das Konzert sah entsprechend seltsam aus: Tom Araya: steht. Kerry King: steht. Jeff Hannemann: wandert wie ein leckgeschlagener Flugzeugträger rum. Und wer jetzt meckern will, dass Schiffe nicht wandern, kann mal abhauen.
Tollste Geschichte zum abhauen kam übrigens von Wecki: „Schon von Fear Factory gehört?“ – „Ja. Die hatten mal so’n Album.“ Er dann: „Stimmt. Aber ihr Bus ist auf dem Weg hierhin auch ausgebrannt. Fahrer so: ‚Da hinten riecht was komisch’. Angehalten, Feuer am hinteren Rad des Busses gesehen. Wollte er dann löschen, ging nicht. Band aus dem Bus geholt – und anschließend ist der Bus komplett ausgebrannt.“ Wo ist Grisu, wenn man ihn braucht?
Wir haben aber auch weiter für euch investigiert. Oder so. Wir haben zum Beispiel ein Video-Interview mit Fuchs von den Apokalyptischen Reitern für euch, in dem er unter anderem erzählt, wie ihn ein Redneck in Australien mit einem Knüppel kaputtschlägern wollte. Wie er aus der Nummer rauskam, seht ihr demnächst auf www.metal-hammer.de.
Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, wie Endstille bei brennender Sonne sind? Klang beim vorbeigehen wie ein verdammt rostiger U-Boot-Angriff (was super ist), muss optisch aber mehr so sonnig gewesen sein. War aber auch mitten am Tag unter dem gelben Brötzelbert. Kann man unter Corpsepaint eigentlich Sonnenbrand kriegen? Als zwischenzeitlich die Sackpfeifen angingen, zog der Schrecken ins Schreiberlager. „Sind das Cantus Buranus?“ – „Neeee, die Clans marschieren.“ Grave Digger. Da alle Fans schon vor der Bühne waren, hatten alle im Lager mehr die Doublebass-Angst-Grimasse am Start, die auch vom Van Canto-Besuch auf der Bühne nicht besser wurde. Außer bei Basti. Der war noch zum Essen da, freut sich und eilte Richtung Mr. Reaper.
Anyway, das nächste Interview steht bald schon an – und der nächste Kaffee wird auch verlangt. Vom Kreislauf. Und dem soll man ja nicht widersprechen.
- 07.08.2010
von Tobias
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